Adolf Michel (Vater) Vereine

Adolf Michel förderte in Grenchen und im Kanton Solothurn verschiedene Vereine und nahm rege an deren Anlässen teil.

Musikgesellschaft Helvetia Grenchen

Hatte Adolf Michel seine Sympathien der Knabenmusik in weitgehendem Masse gewidmet, so galt sein ganz besonderes Entgegenkommen der „Helvetia“. Mit Rat und Tat stand er unseren Musikanten bei. Grosse Verdienste erwarb er sich anlässlich des Kantonalmusikfestes im Jahre 1925, wo er seine grossen, organisatorischen Fähigkeiten als Präsident des Wirtschaftskomitees unter Beweis stellte. Mit dem Ableben Adolf Michels im Jahre 1928 verlor unser Musikverein einen grossen Förderer und verdienten Gönner. [Zitat aus der Gedenkschrift zum 75 jährigen Jubiläum der Musikgesellschaft Helvetia, 1933]

Adolf Michel war zusammen mit Otto Rüfenacht Gründer der Knabenmusik.

Die Musikgesellschaft Helvetia Grenchen 1923 an einem Musikfest in Burgdorf. In der Mitte mit heller Dächlimütze und Knickerbockerhose Adolf Michel [Grenchner Stadtarchiv]
Die Musikgesellschaft an einem Umzug in La-Chaux-de-Fonds in den zwanziger Jahren. Hinter dem Fähnrich Adolf Michel. [Foto: Piller]

Turnverein Grenchen

In der Jubiläumsschrift 1860 – 1935 des Turnvereins Grenchen wurde Adolf Michel als Ehrenmitglied seit 1923 aufgeführt.

Jassrunde

Gemütliche Jassrunde mit Adolf Michel, 2. von rechts. Beim 2. Teilnehmer von links könnte es sich um um meinen Urgrossvater Urs Roth, Lehrer, handeln. [Foto: Piller]

Schützenclub Grenchen

1898 hat Adolf Michel zusammen mit Arnold Niederhäuser den Schützenclub Grenchen geründet. Er war ein geübter Schütze und frönte diesem Hobby nicht nur im Schützenhaus sondern auch als Jäger. Er scheint sich in diesem Club mehr engagiert zu haben, was aus den nachstehend aufgeführten Protokollauszügen seit 1906 zu entnehmen ist. [Grenchner Stadtarchiv]

1906 wurden als Delegierte in die Vereinigte Schützengesellschaft gewählt: E. Schmid und Ad. Michel.

1908 Unter dem Traktandum Wahlen: Zum Schützenmeister Roth Walter. Als Delegierte in den Vorstand der Vereinigten Schützengesellschaft Schmid E.O. und Michel Ad. Bereits im Schützenclub lernten sich Adolf Michel und Walter Roth, späterer Schwiegersohn, kennen.

1908 Betreffend Feldsektionsschiessen kam man zu folgendem einstimmigen Beschluss, nämlich sich für selbiges Fest zu bewerben. Für die allfällig nötigen Vorarbeiten wird eine 7 gliedrige Kommission bestimmt, zu welcher folgende gewählt werden: 1. Schmid Ernst, 2. Michel Adolf, 3. Rüfenacht Walter, 4. Kläy Rudolf, 5. Roth Walter, 6. Maire Arnold, 7. Brunner Adolf.

1909 Mit Traktandum III war man bald einig, das diesjährige Bezirksfeldschiessen zu übernehmen. Das Organisations-Komitee wird aus folgenden Herren zusammengesetzt: A. Maire, W. Rüfenacht, W. Roth, H. Steiner, E. Vogt, L. Wirth, O. Desgrandchamps, A. Brunner, R. Klay, Jos. Weingart, Gottfr. Graf, A. Michel, B. Mauerhofer und A. Niederhäuser.

1911 Lokalfrage. Da uns das bisherige Lokal ( ) nicht mehr befriedigen kann aus verschiedenen Gründen, ist man gezwungen, an einen anderen Ort zu gehen. Das Comité schlägt den Sternen vor [damals wirtete Jules Weingart, Schwager von Adolf Michel, im Sternen]. Es wird zugestimmt und die Effekten sollen auf angenommenen Antrag Michels in den Sternen gebracht werden. g. Versicherung. Es wird beschlossen, den Fahnenkasten versichern zu lassen. Roth Walter wird die Sache besorgen.

1912 Bericht über das Bezirksschiessen in Langendorf. …Vor allem sei hier erwähnt, dass unsere alten Kämpen Arnold Niederhäuser, Vater und Adolf Michel, Vater, am 25. Jubiläumsfest des Bezirksverbandes zu seinen Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Wir konnten unserer Freude darüber nicht besser Ausdruck verleihen, als dass wir die beiden Männer, in Anbetracht ihrer Verdienste um den Klub auch zu unseren Ehrenmitgliedern ernannten. Sie leben hoch!

1913 Den beiden Veteranen Ad. Michel, Vater und Arnold Niederhäuser, Vater, Gründer unseres Vereins, welche anlässlich des Bezirksschiessens 1912 zu Ehrenmitgliedern unsres Vereins ernannt worden sind, werden heute die üblichen Ehrendiplome überreicht, die von den beiden bestens verdankt werden. Als Geschenk überreichen die beiden Geehrten je 5 Obligationen der Vereinigten Schützengesellschaft, welche Schenkung bestens verdankt wird.

1928 Mutationen. Leider haben wir auch in diesem Jahr durch den Tod eines unserer beliebtesten Ehrenmitglieder in der Person unseres Gründers Herr Ad. Michel, sen. verloren. Die Versammlung ehrt den theuren Toten durch erheben von den Sitzen.

Reformierte Kirchgemeinde Grenchen

Mitte des 19. Jahrhunderts war Grenchen wie der ganze Kanton Solothurn grösstenteils Katholisch. Mit dem Zuzug der Uhrmacher aus dem Jura, welche mehrheitlich reformiert waren, änderte sich das rasch. Bereits 1910 waren mehr Einwohner reformiert als katholisch. Da es noch keine reformierte Kirchge­meinde in Grenchen gab, wurden die Kinder in Lengnau, Büren oder Solothurn getauft.

1880 wurde die Reformierte Kirchgemeinde Grenchen-Bettlach gegründet. Die Gottesdienste wurden mangels einer eigenen Kirche in der katholischen Eusebius­kirche abgehalten. 1921 wurde die Baukommission eingesetzt, nach­dem bereits ab 1909 ein Kirchenbauverein existierte. 1922 konnte der Grund­stein gelegt und 1924 die neue Kirche eingeweiht werden. Bald danach folgte die Inbetriebnahme der vierseitigen, mechanischen Turmuhr. Nun fehlten nur noch die Glocken.

1926 wurde ein Glockenfonds  mit einem Startkapitel von 6‘400 Franken gegründet und 1927 eine Glockenkommission eingesetzt. Der Präsident dieser Kommission war Adolf Michel, welcher mit 5‘000 Franken zugleich der grösste Spender war. Im Oktober 1927 wurden die Glocken bei Rüetschi in Aarau gegossen und Anfang Dezember 1927 nach Grenchen überführt und aufgezogen. Auf den vier Glocken sind verschiedene verdiente Mitglieder und Spen­­der mit ihren Wappen aufge­führt.

Auf der Glocke c: Marcus, findet sich in der Mitte das Wappen von Adolf Michel [Foto: U. Roth]