Michael bis Urs Joseph Roth

Stammbaum von Michael Johann Roth mit 13 Kindern, wovon zwei in den Kindsjahren verstorben sind [Zivilstandsamt Kreis Thal-Gäu, Bürgerfamilienregister]. Michael scheint neben seinem Beruf als Vieharzt noch kurze Zeit als Gemeindeschreiber tätig gewesen zu sein. Um den Holzfrevel zu bekämpfen wurden 1832 von der Gemeindeversammlung vier Aufsichter gewählt, zu denen auch Michael gehörte [800 Jahre Welschenrohr, Chronist Walter Allemann, 1979].

Anlässlich der Erbteilung 1835 von seinem Vater Antonius kam Michael zu ziemlich viel Land. Unter anderem wurde die Liegenschaft N° 69 im Dorf mit dem Haus N° 5, dem Speicher N° 6 und dem Weiher in der Grösse von 3 Jucharten, geteilt. Sein Bruder Franz Joseph erhielt die Hälfte des östlichen Landes mit dem Wohnhaus entlang dem Mühlebach (gegen Morgen) bis zur Dünnern (Grossbach genannt, gegen Mittag), dem halben Speicher sowie dem Weiher (gegen Morgen). Michael erhielt die Hälfte des Landes gegen Westen (Abend) und den halben Speicher [Staatsarchiv Solothurn, Hypothekenbuch, N° 69¨]. Hier erstellte Michael nun ein neues Wohnhaus N° 5a, direkt angebaut an das bestehende elterliche Haus N° 5 (heute sind die Hausnummern gerade umgekehrt), sowie den Schopf N° 176.

Michael scheint ein schwieriges Leben gehabt zu haben. Denn er verkaufte mit der Zeit Stück um Stück seiner landwirtschaftlichen Flächen. Ob er gesundheitlich angeschlagen war?

Kleine Episode: Den 29. Wintermonat 1840, Zweitens wurde beschlossen mit dem Michael Roth wegen dem Ziegenbock welchen er sollte haben laut Gemeindebeschluss vom 1. Jänner vor den Richter lassen zitieren. Bis 1844 mussten die Ziegenhalter den Ziegenbock der Reihe nach halten. [Auszug aus dem Buch „800 Jahr-Feier Welschenrohr]

1847 schliesslich wurde Michael „vergeldstagt“ (Konkurs) und seine letzten Liegenschaften wurden versteigert. Die obengenannte Hofstatt mit dem neuen Haus (heute Parzelle 481) wurde von seiner Frau Katharina Wiss für Fr 2130 ersteigert und zum Teil mit Hypotheken finanziert [Staatsarchiv Solothurn, Hypothekenbuch, N° 710].

Die zwei Wohnhäuser N° 5, links von Anton Roth / Franz Joseph (von Anton 1792 von Johann Allemann gekauft) und rechts das ungefähr 1836 angebaute von Michael Roth. 1841 musste zum ersten Mal Land für die „neue Landstrasse“ abgetreten werden. Deshalb gibt es wohl auch keine Vorgärten mehr. Die noch ursprünglich erhaltenen Häuser vertreten die Thaler Bauweise zu Beginn des 19. Jahrhunderts [Die Kunstdenkmäler des Kantons Solothurn, 1957, Seite 117]

1868 stirbt Michael Roth, 66 Jahre alt. Von den 11 Kindern waren Ferdinand, Albert und Urs Roth (mein Urgrossvater, 9 Jahre alt) zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig. Aus dem Inventar über den Vermögensnachlass [Staatsarchiv Solothurn, Inventar & Theilungen Welschenrohr 1867 – 1872, N° 19 vom 25. Jänner 1869, Band B I 5] ist ersichtlich, dass ohne das von Katharina Wiss eingebrachte Erbgut von Fr 2320 kein Vermögen mehr vorhanden gewesen wäre. Die reinen Mittel betrugen per dato nur noch Fr 1157. Bis 1884 wohnte Katharina Wiss im obengenannten Haus und sorgte für Erziehung und Ausbildung der Kinder. Ab 1884 bis zu ihrem Tode 1888 wohnte sie bei der Familie des Uhrmacher-Visiteurs Alfred Oppliger und seiner Frau, Tochter Margaritha Roth und Urs Roth, Lehrer, in Grenchen. Die vorstehend genannte Liegenschaft von 51a 93 m2 (oder in alten Massen 1 ¼ Jucharten und 7700 Quadrat Schuh) in Welschenrohr wurde anlässlich der Erbteilung des Nachlasses von Katharina Wyss am 25. Mai 1886 von Urs Roth zum Wert von Fr 4500 übernommen und 1892 für Fr 6800 an Otto Uebelhart verkauft.

1870 „wurte dem Joh. Joseph Roth Fuhrmann mit einwilligung des Bezirksförsters zu seinem Wohnhaus Nr. 14 zu einem neüen Dachstuel Bauholz zu verabfolgen genehmigt. Derselbe obgenannte Roth solle aber den Gibel gegen Abent mit Ziegeldach beschlagen“. 1880 hat er bei der Gemeinde einen Reisebeitrag für seine Auswanderung beantragt, scheint dann aber nur bis Moutier gekommen zu sein [800 Jahre Welschenrohr, Chronist Walter Allemann, 1979].

Die Söhne Viktor und Georg Roth wanderten nach Amerika aus. Für Georg wird als Aufenthalt New York und als Beruf Grocer (Krämer) angegeben. Es sind keine weiteren Daten bekannt.

Die beiden Söhne Karl und Johann Joseph waren beide Uhrmacher und in Münster tätig.