Claus Roth bis Antonius Roth

Stammbaum von Claus Roth bis Antonius Roth, Landwirt und 33. Träger des Hans-Roth-Kleides (unten links).

Niklaus „Claus“ Roth war Weibel in Solothurn und ab dem 12. August 1750 bis zu seinem Tod 1759 der 24. Träger des Hans Roth’schen Ehrenkleides, der erste aus Welschenrohr. In seinem Weibeldienst hatte er sich während langen Jahrzehnten so treu und pflichtfertig erwiesen, dass er die besondere Gunst der Obrigkeit genoss und auch als Ehrenkleidträger bedeutend reichlicher bedacht wurde, als seine Vorgänger: statt eines blossen Rockes oder Mantels ein ganzes Kleid mit Kappe und Strümpfen, dazu eine jährliche Gabe von je ein Malter Korn und Hafer und 16 Pfund in Geld [Auszug aus dem Jahrbuch des Oberaargaus, Bd. 2, 1959, von Hans Sigrist].

Nach dem Tod von Claus und Madle Fluri wurde Hab und Gut versteigert, da es keine direkten volljährigen Nachkommen gab. Das „Haus, Hausmatt und Garten …. Stosst Mittags an die Dünnern, Mitternachts an die Landstrass, Bysen an Hrn Landvogt Amantz Sury, hinterwinds an Urs Übelhard dem Würth“ [Staatsarchiv Solothurn, Ganten & Steigerungen 1848 – 1770, Bd. III, N°5 15]. Die Liegenschaft lag also mitten im Dorf.

Für damalige Verhältnisse hatte Niklaus Roth eine kleine Familie. Und dies setzte sich auch bei Ursus Roth fort. Allerdings wohl nur, weil er schon mit 37 Jahren starb, rund 10 Monate nach der Geburt von Antonius. Über den Tod von Mutter Ursula Bintz ist nichts bekannt. Sie scheint aber schon früher im Jahr verstorben zu sein, eventuell bei der Geburt von Antonius. Am 22. Christmonat 1749 wurde jedenfalls die ganze Hinterlassenschaft von Ursus Roth und Ursula Bintz versteigert [Staatsarchiv Solothurn, Ganten & Steigerungen 1848 – 1770, Bd. III, N° 22]. Die Summa ganzer Losung betrug 1281 Gl. Abzüglich der Schulden verblieben 705 Gl, welche später als Erbe an Antonius gingen.

Noch 10 Jahre konnte Antonius seine Grosseltern erleben, welche beide 1759 starben.

Antonius Roth hatte 16 Kinder aus zwei Ehen. Vier Kinder scheinen früh verstorben zu sein.

Nach zehn Jahren Ehe starb 1784 seine erste Ehefrau Katharina Grolimund. Dem Inventarium über die Verlassenschaft der ehrenden Katharina Grolimund vom 21 ten Jenner 1785 [Staatsarchiv Solothurn, Inventar & Theilung 1771 – 1813 Band II] kann entnommen werden, dass Antonius ein „älterliches“ Erbe von £ 105 , Katharina hingegen von £ 500 in die Ehe eingebracht hatte. Dazu hatte er bereits vor der Ehe Güter (Matt- und Ackerland) im Wert von £ 600 erkauft. Insgesamt wurde in dieser Ehe £ 600 „Gut gewonnen“. Davon gebühren dem Mann ⅔ und der Frau ⅓.

Selber war Antonius, ursprünglich als Säumer bezeichnet, auch für die Gemeinde aktiv. 1789 als Ausschussmitglied „Antrag Ergänzung des Dorfbriefes für Welschenrohr durch den Landvogt Sury“, Ausschussmitglied zum Holzfrevel sowie als Gerichtssäss (1810 – 1814, im Hypothekenbuch 1830 als „alt Gerichtssäss“ bezeichnet). 1817 war er Befürworter für die Verteilung der Allmend an die Bürger. 1820 hat er mit anderen zusammen den Auftrag erhalten, 800 Bergklafter Holz vom Scheiterwald auf den Weissenstein zu führen (entspricht heute 4320 Ster). Zudem hat er „sich durch Ausreuten und Frohnung von Gräben in moosigem Lande besonders ausgezeichnet“ [800 Jahre Welschenrohr, Chronist Walter Allemann, 1979]. Er war zudem von 1828 bis zu seinem Tod 1835 der 33. Hans-Roth-Kleid-Träger.

Urs Joseph Roth starb in Rotterdam. Offenbar wollte er auswandern.

Urs Joseph Severin Roth, Bäcker und Kreuzwirth von 1838 – 1857 (dazu hatte er 1838 die Wirtschaft Kreuz, Haus N° 43 & 44, für £ 7750 ersteigert), war von 1831 bis 1843 und 1847 bis 1856 der erste Gemeindeammann von Welschenrohr, zudem Friedensrichter und später Kantonsrat.

Johann Georg Roth wird als Wirt sowie als Mitglied der ersten Schulkommission und als deren Schreiber aufgeführt [800 Jahre Welschenrohr, Chronist Walter Allemann, 1979].

Franz Joseph Roth war von 1885 bis 1890 der 43. Träger des Hans-Roth-Kleides.

1836: Das Einbringgeld der Brüder Niklaus und Johann Roth (von ihren frömden Weibern) von je 150 Franken soll bis auf den Rest von 1 Franken 27 Rappen für das Schulhaus verwendet werden [800 Jahre Welschenrohr, Chronist Walter Allemann, 1979].

Antonius scheint also Erfolg gehabt zu haben. So konnte er auch seinen Sohn Michael zum Vieharzt ausbilden lassen.